
Stellen Sie sich vor, Sie schlendern durch die nebligen Straßen Berlins, Ende September, wenn der Herbst schon ein bisschen beißt, aber die Stadt sich weigert, die Sommernächte ganz loszulassen. Die Luft riecht nach Döner und verbotenen Gelüsten, und plötzlich taucht sie auf, die Messe Berlin – ein Koloss aus Stahl und Neon, der sich in Halle 18 in etwas verwandelt, das wie ein Tempel der Tabus wirkt: die VENUS 2025. Vom 25. bis 28. September verwandelt sich dieser Ort in das Mekka der Erotik, wo über 270 Aussteller aus aller Welt ihre Waren ausbreiten – von filigranen Lingerie-Kreationen bis hin zu Lovetoys, die die Physik auf den Kopf stellen. Mehr als 34.000 Neugierige strömen jährlich herbei, mischen sich unter Fachleute, die im B2B-Bereich Deals schmieden, und amüsieren sich bei Shows, die die Grenzen zwischen Kunst und Ekstase verwischen. Und inmitten dieses Wirbels, am Stand 111, thronen zwei Frauen, die die Szene seit Jahren elektrisieren: Maria Mia und Lena Nitro. Gemeinsam, wie ein Dreamteam aus vergangenen Goldenen Zwanzigern und digitaler Gegenwart.

Ich sehe sie schon vor mir, diese beiden, wie sie lachend Autogramme verteilen, Selfies knipsen und Gewinnspiele leiten, bei denen Preise winken, die man zu Hause nicht mal im Kleiderschrank verstecken möchte. Es ist kein trockener Pressetermin, nein – es ist ein Fest, ein Rausch, bei dem die Fans nicht Zuschauer sind, sondern Mitverschwörer. Und am 25. September, dem Auftakt, explodiert das Ganze: Maria Mia feiert nicht nur ihren Geburtstag – sie, geboren 1980 in dieser wilden Stadt, wo die Mauerfälle noch nach Freiheit rochen –, sondern auch ihr 20-jähriges Jubiläum im Business. Zwanzig Jahre! Stellen Sie sich das vor: Eine Frau, die mit 18 als Fotomodell begann, sich vor Kameras wand, als Webcamgirl die ersten digitalen Brücken baute, und dann explodierte – in über 115 Produktionen, als Schauspielerin, Sängerin, Streamerin, sogar Produzentin. Sie hat Auszeichnungen kassiert, darunter als bester Showakt, und ihre Fangemeinde ist legendär: treu wie alte Berliner, die nie vergessen, wie man feiert. Maria Mia ist keine bloße Ikone; sie ist der Puls der Branche, die Frau, die aus dem Schatten der Studios ins Rampenlicht trat und blieb. In einer Welt, wo Algorithmen uns vorschreiben, was wir begehren sollen, erinnert sie daran, dass Erotik immer noch etwas Handgemachtes hat – Charisma, das man nicht faken kann.

Neben ihr, wie ein Wirbelwind aus purem Adrenalin, steht Lena Nitro. Geboren 1987, ebenfalls in Berlin, diese Sherly aus dem Osten, die mit 22 Jahren vor der Webcam die Pionierein war – eine der Ersten, die den Bildschirm in ein Portal der Verführung verwandelte. Über ein Jahrzehnt später hat sie sich zur Explosion der Szene hochgesprengt: rund 100 Werke, als Darstellerin, Regisseurin, Produzentin. Ihre Auszeichnungen? Ein Feuerwerk: Erotixxx Award als Rising Star 2010, Venus Award als Beste Darstellerin 2012, national 2013, international 2016, Europa 2017 – und 2022 der Jury-Preis für mehr als zehn Jahre außergewöhnlicher Leistung. Sie ist die Frau, die Fans nicht nur mit Energie umhaut, sondern mit Nähe: energiegeladen, vielseitig, immer nah am Puls der Leute. In Zeiten, da die Porno-Welt sich digitalisiert und fragmentiert hat – von OnlyFans bis zu VR-Abenteuern –, bleibt Lena die Brückenbauerin, die aus dem Studio in die Realität springt. Kürzlich, in einem Interview aus Kaarst, wo sie nun lebt, gestand sie: „Man würde nicht denken, dass ich Pornos drehe.“ Und genau das macht sie aus – diese Normalität inmitten des Außergewöhnlichen, diese Fähigkeit, die Erotik als Spiel zu entlarven, nicht als Dogma.
Zusammen? Das ist Chemie pur, wie wenn man Champagner mit Dynamit mischt. Stellen Sie sich vor: Während die VENUS um sie herum pulsiert – mit der großen Awards-Nacht, wo Stars glänzen und Trends geboren werden –, teilen sie Anekdoten aus zwei Jahrzehnten. Maria, die Veteranin, die die Mauerjahre miterlebt hat, plaudert über die Anfänge, als Erotik noch Underground war, und Lena, die Digital-Native, kontert mit Geschichten aus der Webcam-Ära, wo ein Klick mehr Macht hatte als ein Skript. Es geht um mehr als Signaturen und Fotos; es geht um ein Stück Kulturgeschichte. Denn die VENUS ist nicht nur Messe, sie ist Spiegel unserer Zeit: In einer Ära, da #MeToo die Regeln umkrempelte und die Pandemie uns in virtuelle Betten trieb, feiern diese Frauen die Rückkehr zum Körperlichen. Mutig, vielfältig, sinnlich – wie das Kampagnenmotto der Messe lautet. Und ja, es ist politisch: In einer Gesellschaft, die Prüderie predigt und doch süchtig nach dem Verbotenen ist, erinnern Maria und Lena daran, dass Lust kein Luxus ist, sondern Recht.
Wenn Sie also in diesen Tagen in Berlin sind – oder werden, warum nicht? –, schlüpfen Sie in die Halle 18, Stand 111. Nehmen Sie ein Glas Sekt mit, lassen Sie sich in Gewinnspiele verwickeln, und feiern Sie mit. Es wird lachen, staunen und vielleicht ein bisschen rot werden. Aber vor allem: Es wird frei sein. Prost, auf zwanzig Jahre Maria Mia – und auf all die Nächte, die noch kommen.