Spaniens Porno-Pass

Die Maßnahme der Regierung, um Kinder von Erwachsenen-Inhalten fernzuhalten

pajero digital

Spanien hat beschlossen, ein heikles Problem direkt anzugehen: den Zugriff Minderjähriger auf pornografische Inhalte im Internet. Die neue App Digital Wallet Beta, auch „Porno-Pass“ genannt, soll Kinder schützen, indem sie sicherstellt, dass nur Erwachsene auf unanständige Inhalte zugreifen können. José Luis Escrivá, Spaniens Minister für digitale Transformation, kündigte diese ehrgeizige Initiative an, und will nicht bis zur EU-weiten Regelung zur Altersverifizierung für Erwachsenen-Inhalte im Oktober 2027 warten.

Die App deckt alle wesentlichen Punkte ab. Wie funktioniert das? Nehmen wir zum Beispiel Telegram. Wenn Sie Inhalte für Erwachsene teilen, greift die App ein, um zu bestätigen, dass Sie über 18 Jahre alt sind. Benutzer teilen ihren elektronischen Ausweis (DNI), oder die Regierung übernimmt die Überprüfung durch Abgleich mit administrativen Datenbanken. Verifizierte Benutzer erhalten dann einen QR-Code, der beweist, dass sie legal alt genug sind, um unanständige Inhalte anzusehen.

Zur zusätzlichen Sicherheit erhalten die Benutzer jeden Monat ein Paket von 30 Porno-Credits. Jede Porno-Credit ist drei Mal pro Plattform gültig und macht es schwierig, die Porno-Gewohnheiten der Benutzer nachzuverfolgen. Escrivá betonte den freiwilligen Aspekt für Inhaltsanbieter, obwohl die Teilnahme stark empfohlen wird. Es ist ein wegweisender spanischer Ansatz, der die eIDAS2-Digitalidentitätssystem erwartet, das in ganz Europa eingeführt werden soll.

Warum die Eile? Die Dringlichkeit der Regierung hängt mit einem besorgniserregenden Trend zusammen: einer dramatischen Zunahme von sexuellen Übergriffen durch Minderjährige, die sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt haben, so spanische Staatsanwälte. Einfacherer Zugang zu Pornografie wird als ein beitragender Faktor vermutet. Spanien schließt sich Ländern wie Deutschland, Großbritannien und Frankreich an, die ebenfalls versuchen, erfolgreiche Wege zu finden, um explizite Inhalte aus den Händen Jugendlicher zu halten.

Escrivá räumte die Herausforderungen ein und betonte die Notwendigkeit eines digitalen Sicherheitsnetzes, das öffentliche Einrichtungen, Familien und Technologieunternehmen einbezieht. Trotz der Hürden preisen die Minister diese Maßnahme als das „beste derzeit verfügbare Werkzeug“ an. Die App entspricht den europäischen eIDAS2-Standards und stellt sicher, dass die Altersverifizierung sowohl sicher als auch anonym ist.

Hürden bleiben bestehen. Technikaffine Jugendliche könnten die Beschränkungen mit VPNs umgehen. Die Gewährleistung der Privatsphäre der Benutzer und die Einschränkung des Zugriffs Dritter auf unnötige Daten komplizieren die Aufgabe zusätzlich. Carmen Cabanillas, Generaldirektorin für Governance im Ministerium für digitale Transformation, erwähnte die Erstellung einer „Blacklist“ von Erwachsenen-Websites mit Hilfe des Nationalen Cyber-Sicherheitsinstituts (Incibe).

Weltweit wird weiterhin nach Wegen gesucht, den Zugang von Minderjährigen zu Erwachsenen-Inhalten zu beschränken. Die Bemühungen der US-Bundesstaaten zur Durchsetzung von Altersverifizierungsgesetzen haben dazu geführt, dass Plattformen wie PornHub ihre Dienste eingestellt haben, um Datenschutzprobleme zu vermeiden, was möglicherweise den Verkehr zu weniger regulierten Websites lenkt. Frankreich und das Vereinigte Königreich experimentieren mit verschiedenen Vetting-Systemen und sogar biometrischen Altersschätzungen, die große Datenschutzbedenken aufwerfen.

Die spanische Regierung ist bereit, die Extrameile zu gehen und eine schützende digitale Maßnahme zu ergreifen, um zu zeigen, dass sie ernsthaft bestrebt ist, junge Augen zu schützen. Die Minister hoffen, dass diese Initiative als Blaupause für eine sicherere Online-Landschaft in der gesamten EU dient und einen neuen Standard im Umgang mit dem schwierigen Dilemma von Kindern und Pornografie setzt.

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