Pornhub-Eigner Aylo Holdings zahlt Vergleich

Staatsanwälte der Vereinigten Staaten vs Pornhub

Aylo Holdings, das Unternehmen hinter der beliebten Onlineplattform Pornhub, ist in die Schlagzeilen geraten, als das US-Justizministerium verkündete, das Unternehmen habe eingestanden, von Sexhandel profitiert zu haben. Das Unternehmen hat sich bereit erklärt, Zahlungen an Frauen zu leisten, deren Videos ohne ihre Zustimmung auf der Website gepostet wurden. Dieser Schritt markiert das Ende eines unruhigen Kapitels in der Geschichte von Aylo Holdings und seiner Plattform Pornhub, die sich einen Ruf als Zugpferd der Online-Pornografie erarbeitet hat.

Ein Großteil des Vorwurfs gegen Aylo Holdings bezieht sich auf die Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma GirlsDoPorn, die aufgrund mehrerer Anschuldigungen des Sexhandels verurteilt wurde. Aylo Holdings, zuvor bekannt als MindGeek, wurde beschuldigt, GirlsDoPorn eine Plattform für seine Videos angeboten und Einnahmen von der Firma akzeptiert zu haben.

Zwischen 2017 und 2020 soll Aylo Holdings Gelder von GirlsDoPorn angenommen haben. Es ist davon auszugehen, dass der Firma bekannt war oder hätte bekannt sein müssen, dass dieses Geld aus den Machenschaften von GirlsDoPorn stammte. Tatsächlich flossen mehr als 100.000 Dollar direkte Einnahmen, sowie fast 764.000 Dollar aus Zahlungen von Werbetreibenden, die mit GirlsDoPorn in Verbindung standen, zu Aylo Holdings.

Der Deal, den die US-Justiz mit Aylo Holdings ausgearbeitet hat, fordert das Unternehmen auf, mehr als 1,8 Millionen Dollar (rund 1,6 Millionen Euro) an die US-Regierung zu zahlen. Diese Zahlung soll eine Klage wegen illegaler Transaktionen mit Erlösen aus Sexhandel beilegen. Das Unternehmen hat ebenfalls zugesagt, separate Zahlungen an Frauen zu leisten, die durch den Sexhandel geschädigt wurden. Weiterhin wird erwartet, dass Aylo Holdings eine unabhängige Überwachungsinstanz für einen Zeitraum von drei Jahren einrichtet. Nach Ablauf dieser Frist, und vorausgesetzt, dass die Vereinbarung eingehalten wurde, soll die Klage fallengelassen werden.

Im Laufe der Untersuchungen und Gerichtsverfahren wurde festgestellt, dass Aylo Holdings nicht schnell und gründlich genug alle Inhalte gelöscht hat, die mit GirlsDoPorn in Verbindung standen. Einige der betroffenen Frauen hatten sich persönlich an das Unternehmen gewandt, aber ihr Anliegen wurde offenbar nicht in der gebotenen Geschwindigkeit und Gründlichkeit angegangen.

Dieses Fehlverhalten steht im starken Kontrast zu der offiziellen Haltung von Aylo Holdings gegenüber illegalen und non-konsensuellen Inhalten. Das Unternehmen erklärte, dass es zutiefst bedauere, Inhalte von GirlsDoPorn auf seinen Plattformen gehostet zu haben. Angeblich hatte GirlsDoPorn von den Frauen unterzeichnete Einverständniserklärungen vorgelegt, aber nach Aussage von Aylo Holdings war dem Unternehmen nicht bewusst geworden, dass dieses Einverständnis unter Zwang zustande gekommen war.

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