Ukraine knöpft sich Pornogiganten vor – Geldstrafe für PornHub!

Die ukrainischen Steuerbehörden

KIEW – In der Ukraine herrscht Aufruhr um eine Geldstrafe gegen das international bekannte Erotik-Portal PornHub. Die Höhe mag überschaubar sein – gerade mal umgerechnet etwa 5.543 Dollar –, doch die Botschaft ist laut und deutlich: Niemand entkommt der ukrainischen Steuerfahndung, auch nicht die Giganten des weltweiten Web-Dschungels.

Wie durch den Vorsitzenden des parlamentarischen Ausschusses für Finanzangelegenheiten, Daniil Getmantsev, bekannt wurde, zieht die Ukraine ihre Zügel an. Getmantsev verkündete die Neuigkeiten mit scharfen Worten über die sozialen Medien, dabei betonte er die Bedeutung der Steuereinnahmen für die Streitkräfte des Landes. Ein Kleinbetrag vielleicht im Vergleich zu anderen Steuersündern, aber ein wichtiges Zeichen in turbulenten Zeiten. Symbolpolitik oder nicht – die Botschaft Kiews ist klar: Zahlen sollen sie alle!

Spannend hierbei, das salzige Detail, dass PornHub, ein kanadischer Schwergewicht im Erotikgeschäft und eine Tochterfirma der Aylo, früher bekannt als MindGeek, scheinbar seine fiskalischen Pflichten in der Ukraine vernachlässigt hat.

Doch das ist nicht alles. Ein Gegenbeispiel greift Getmantsev auf und lobt sogleich OnlyFans – eine Plattform, die im Gegensatz zu ihrem bestraften Konkurrenten ihre Steuerschuldigkeit ernst nimmt. Jene haben 2023 wohl über 944.000 Dollar an Steuerschulden in die ukrainische Staatskasse überwiesen – vorbildlich! Und alles im dankenswerten Dienste der ukrainischen Verteidigung.

Jetzt mag mancher Stirnrunzeln: Warum eigentlich kümmert sich die Ukraine um ein paar Tausender von PornHub, wenn doch im eigenen Land Pornografie gar verboten ist? Ja, das mag paradox klingen. Aber es geht auch um’s Prinzip – und natürlich um’s Geld. Sehen wir der Tatsache ins Auge: Der ukrainische Staat braucht jede Hrywnja, und wenn die großen Player der Adult-Entertainment-Welt sich in der Ukraine die Klinke in die Hand geben (zumindest im Netz), warum dann nicht dabei auch die Staatskassen klingeln lassen?

Die Nachricht gibt überdies zu denken – OnlyFans zahlt Steuern im Sechsstellig-Bereich, PornHub wird mit einem Butterbrot abgespeist. Hier klaffen die Wellen der Gerechtigkeit auseinander wie das Schwarze Meer bei windigem Wetter. Eines muss man Kiew dennoch lassen: Konsequenz. Während sich PornHub bisher kaum zu Wort meldete, steht die ukrainische Regierung mit ihrem Vorgehen im Rampenlicht der Öffentlichkeit und sendet eine Warnung aus: Wir haben euch im Auge!

Der Fall zeigt beispielhaft auf, dass der digitale Markt, der in den letzten Jahren massiv an Bedeutung gewann, nicht mehr länger ein rechtsfreier Raum ist – auch nicht für die, die sich auf den eher schlüpfrigen Pfaden des Internets bewegen. Die „Google-Steuer“ ist an dieser Stelle das Zauberwort. Seit ihrer Einführung im Jahr 2021 trifft sie alle ausländischen Online-Dienste, die in der Ukraine operieren wollen – inklusive jener, die Erwachsenenunterhaltung anbieten.

Die Ukraine, das Land, das einen Platz in den Top 15 der Länder mit dem meisten Traffic auf PornHub beansprucht und wo die Vorliebe für animierte Erwachsenenunterhaltung aus Japan steil ansteigt (ja, Hentai ist die Rede), zeigt sich als ein paradoxes Gebiet. Öffentlich verboten, privat jedoch unter der Bettdecke oft konsumiert.

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