Visa nimmt Zusammenarbeit mit Mindgeek wieder auf

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Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete einen Tag vor Weihnachten, dass Visa wieder Zahlungen für MindGeek-Unternehmen, die professionelle Inhalte produzieren oder bereitstellen, akzeptiert und verarbeitet. Die Entscheidung kam, nachdem Pornhub und andere Mindgeek-Marken beschlossen hatten, alle Inhalte zu löschen, die von nicht verifizierten Konten auf ihre Plattformen hochgeladen wurden, und versprachen, in Zukunft nur noch neue Inhalte von verifizierten Nutzern zu akzeptieren. Pornhub selbst bleibt jedoch vorläufig weiterhin durch Visa gesperrt.

Ein Zeichen dafür, dass die Kreditkartenunternehmen die Bemühungen von Mindgeek, gegen problematische Inhalte auf den firmeneigenen Streaming-Plattformen vorzugehen, akzeptieren könnten, scheint, dass Visa die Zahlungsabwicklung für Mindgeek-Firmen wie Brazzers und Nutaku wieder aufgenommen hat, also für Firmen, die entweder selbst Inhalte produzieren oder nur professionell produzierte Inhalte vertreiben. Pornhub und Youporn z.B. bleiben hingegen weiterhin gesperrt, »bis die laufenden Untersuchungen abgeschlossen sind«, heißt es in einer Stellungnahme von Visa.

Das Verbot gegen die weltweit größten Plattformen für von Nutzern hochgeladene Inhalte für Erwachsene bedeutet, dass Tausende von selbstproduzierenden und Amateur-Partnern noch immer im Ungewissen darüber sind, ob sie in Zukunft Geld bei Mindgeek verdienen können. Das Pornoimperium selbst wird wahrscheinlich große Teile seines Geschäftsmodells straffen und verändern, um nicht erneut ins Visier der Finanzabwickler zu geraten.

In einer kurzen Stellungnahme gegenüber dem Branchenmagazin XBIZ sagte ein Vertreter von Mindgeek, dass das Unternehmen »engagiert mit unseren Partnern zusammenarbeitet, um zu zeigen, dass wir die weitreichendsten Sicherheitsmaßnahmen in der Geschichte nutzergenerierter Plattformen eingeführt haben, einschließlich des Verbots für nicht verifizierte Nutzer, Inhalte hochzuladen – eine Maßnahme, die keine andere Plattform eingeführt hat.«

Mindgeek akzeptiert die pauschalen, sensationslüsternen und populistischen Anschuldigungen nicht, die in der Mainstream-Presse und einem aufsehenerregenden Meinungsartikel in der New York Times erhoben wurden, der dazu führte, dass Visa und Mastercard vorübergehend jegliche Transaktionen für Mindgeek-Unternehmen verweigerten. In dem Artikel wurde behauptet, dass Mindgeek und insbesondere Pornhub von Vergewaltigungen, sexuell motiviertem Menschenhandel und sogar Kinderpornos profitieren würden, obwohl in Wirklichkeit auch bisher keine derartigen Inhalte auf der Plattform zugelassen wurden.

Der Vertreter erklärte: »Jede Behauptung, dass wir Material mit sexuellem Missbrauch von Kindern auf unserer Plattform zulassen, ist schlichtweg unwahr. Wir sind verpflichtet, illegale Inhalte zu bekämpfen, um die Sicherheit unserer Community zu gewährleisten und damit die Hunderttausende von Models, die sich auf unsere Plattform verlassen, weiterhin ihren Lebensunterhalt verdienen können.«

Mittlerweile ist klar geworden, dass der Autor des Artikels, der Mindgeeks Kronjuwel Pornhub angreift, seinen Rufmord-Artikel mit einer klaren branchenfeindlichen Agenda veröffentlicht hat. Die ultrakonservative Anti-Sex- und Anti-Porno-Organisation Exodus Cry rühmt sich nun, Nicolas Kristof, den New York Times-Journalisten hinter dem Meinungsartikel, beeinflusst zu haben. Die Mission der Organisation ist es, Pornhub für immer zu schließen.

Vielleicht besteht für Tausende von legitimen Content-Partnern von Mindgeek die Hoffnung, dass Pornhub und Youporn wieder Zugang zu den Kreditkartenherausgebern bekommen. Aber im Moment werden sie von einem populistische Anti-Porno-Medienumfeld als Geisel gehalten und sind die eigentlichen Opfer in diesem Vorgang.

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