OnlyFans verbietet explizite Inhalten – Tausende Darsteller suchen nach Alternativen

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Eine der größten Plattformen für Darsteller auf der ganzen Welt beugt sich dem wachsenden Druck von Zahlungsdienstleistern und gibt praktisch jene Inhalte auf, mit denen das Unternehmen sein Geld verdient: Explizite Bilder und Pornofilme von individuellen Darstellern für Fans auf der ganzen Welt. Anlass für Branchenexperten, sich erneut intensiv mit Krypto-Zahlungen als Alternative zu beschäftigen.

Während die Bemühungen von Regierungen auf der ganzen Welt, Inhalte der Erwachsenenunterhaltung im Internet zu zensieren, weitgehend scheitern, könnte die Branche ein großes Problem haben, das sich aus dem Druck der Medien und Aktivisten auf Zahlungsdienstleister ergibt, deren Verbindungen zum Pornogeschäft zu kappen.

Letztes Jahr wurden Visa und Mastercard dazu gedrängt, gegen Pornhub vorzugehen, da mehrere Artikel in den Mainstream-Medien aktivistische Anti-Porno-Gruppen unterstützten, die die problematische Handhabung des Portals bei der Entfernung illegaler oder missbräuchlicher Inhalte hervorhoben. In den Artikeln wurde behauptet, Pornhub sei für die Uploads seiner Nutzer vollverantwortlich, und es wurde teils bewusst irreführend unterstellt, dass die Webseite von Kindesmissbrauch, illegalem Sexhandel und Rachepornos profitiert.

Die Kreditkartenunternehmen stellten daraufhin kurzzeitig alle Geschäfte mit Pornhub ein und zwangen das Portal zu einer längst überfälligen Maßnahme: die Entwicklung einer zuverlässigen und schnellen Strategie für die Entfernung problematischer und illegaler Inhalte. Ungeachtet der schnellen Maßnahmen des Unternehmens blieben die Schlagzeilen für die Unternehmensgruppe negativ. Und der Druck auf die Branche nahm weiter zu.

Jetzt hat OnlyFans, einer der sicheren Häfen für Darsteller, die von Zensur und Diskriminierung auf Mainstream-Websites bedroht sind, einen ungewöhnlichen Schritt unternommen, um seine Zahlungsabwickler nicht zu verlieren. Die Plattform verbietet explizite sexuelle Inhalte, die Haupteinnahmequelle für den größten Teil der Darsteller und Künstler des Unternehmens.

Die Erklärung des Unternehmens sendet Schockwellen durch die Erotik-Community: »Um die langfristige Nachhaltigkeit unserer Plattform zu gewährleisten und weiterhin eine integrative Gemeinschaft von Urhebern und Fans zu beherbergen, müssen wir unsere Inhaltsrichtlinien weiterentwickeln.« Hinter der trockenen Prosa steckt ein Paukenschlag: OnlyFans weist im Grunde einem Großteil seiner »Gemeinschaft von Urhebern« die Tür.

Die Website florierte während der Pandemie und der Online-Abonnementdienst für individuelle Models und Performer wurde zu einer der 400 meistbesuchten Webseiten der Welt, indem er die Zuschauer direkt mit den Urhebern der Inhalte in Verbindung brachte.

OnlyFans meldete im Mai letzten Jahres einen Anstieg von 75 % bei den Neuanmeldungen, als aufgrund der weltweiten Lockdowns viele Mitglieder der Erotikbranche sowie Sexarbeiter gezwungen waren, alternative Einkommensquellen zu finden.

Es rechnet mit einem Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar im Jahr 2021 und ist damit das größte Portal in diesem Bereich. Dieser Platz wird nun vermutlich von Wettbewerbern eingenommen, da OnlyFans selbst in Zukunft nur noch Nacktheit und keine Pornos mehr zulassen wird.

OnlyFans scheint zwar zu hoffen, dass das Porno-Verbot mehr Investoren anlockt und das Unternehmen neue Kunden finden kann. Es ist jedoch höchst unwahrscheinlich, dass es seinen geschätzten Kundenstamm von über 120 Millionen Nutzern halten kann.

Die Erotikdarstellerin Allie Eve Knox, sagte: »Das, was [OnlyFans] uns gegeben hat, war ein Ort, an dem wir eine Paywall (Abos), einen Ort für [Pay-to-View]-Inhalte, einen Content Store und eine Live-Stream-Seite haben. Vorher gab es auf unterschiedlichen Seiten ähnliche Services, aber [OnlyFans] war in der Lage, alles zusammenzuführen.«

Während es weiterhin Alternativen wie Model Centro gibt, die wahrscheinlich vom Rückzug von OnlyFans profitieren werden, bleibt die Frage für alle in der Branche bestehen: Wie kann die Zahlungsabwicklung gesichert werden, wenn die Zahlung via Kreditkarte nicht mehr gesichert verfügbar ist.

Viele in der Branche denken daher wieder über Kryptowährungen als eine Alternative für eine tragfähige Zukunft nach, da hierbei die traditionellen Zahlungsabwickler nicht Teil des Zahlungsprozesses sein müssen. Kryptowährungen würden den Nutzern mehr Anonymität und den Anbietern Unabhängigkeit von traditionellen Banken und Finanzdienstleistungen bieten, die dazu neigen, Erwachsenenunterhaltung und Sexarbeit zu diskriminieren oder zu verbieten.

Knox meint: »Krypto kann durchaus hilfreich sein. Es gibt bereits Tools im Kryptobereich, die einen [OnlyFans]-Konkurrenten durchaus denkbar werden lassen könnten.« Dennoch stehen kryptobasierte Wettbewerber vor mehr als nur technischen Herausforderungen, wenn es um Inhalte für Erwachsene geht. So gibt es potenzielle rechtliche Probleme, da sich Regierungen weltweit auf die Regulierung des Krypto-Marktes vorbereiten oder darüber nachdenken.

Das Hauptproblem scheint daher zu sein, dass die politischen und aktivistischen Feinde erotischer Medien wie auch der Sexarbeit sowie viele Kräfte, die gegen die Meinungsfreiheit agieren, in den letzten Jahren mehr Macht gewonnen haben. Knox meinte dazu: »Ehrlich gesagt, was wir brauchen, ist echte Unterstützung – Hilfe im Kampf gegen die Stigmatisierung, Unterstützung in der Öffentlichkeit, das Einstellen von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern, den Aufbau von Plattformen, bei denen wir beratend im Team sind, das Retweeten unserer Inhalte (von denen doch ohnehin alle wissen, dass jeder sie kauft) … damit solche Dinge künftig nicht mehr passieren.«

Es bleibt abzuwarten, ob die Branche einen Weg finden wird, die öffentliche Meinung zu ändern. Denn Themen wie Jugendschutz, ethische Standards und ein hohes Maß an Selbstregulierung könnten für das Überleben der Branche, wie wir sie kennen, von entscheidender Bedeutung sein. Nur so kann der Anti-Porn-Bewegung wieder Luft aus den Segeln genommen werden.

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