WE ARE SEXWORKERS-Tanzdemo voller Erfolg

Über 500 Sexarbeiter*innen demonstrierten am Samstag in Berlin für die Entkriminalisierung ihres Berufs

sexwork is work

Über den Tag verteilt waren etwa zweitausend Interessierte auf dem Event der Initiative WE ARE SEXWORKERS anwesend, um mit Sexarbeitenden zu tanzen, künstlerische Performances zu genießen, sich Redebeiträge aus Politik und Fachwelt anzuhören oder am Infostand ins Gespräch zu kommen.

Unter dem Motto „Ask a Sexworker“ beantworteten Sexarbeitende Fragen zu ihrer Arbeit. Der ehemalige zweite Bürgermeister Berlins, Klaus Lederer, sowie Parteikollege Daniel Bache, Bundessprecher von DIE LINKE.queer sprachen zum Thema Sexkaufverbot. Neben vielen anderen brachten sich die Partei der Humanisten, die Deutsche Aidshilfe, das Schwule Museum und zahlreiche Beratungsstellen wie Hydra e.V. und Subway ein. Performances und DJs aus Reihen der Sexwork-Community und ihren Verbündeten sorgten für das kreative Rahmenprogramm.

In Folgendem waren sich bei aller Vielfalt alle einig:

Den spezifischen Herausforderungen, die es in der Branche gibt, müssen passgenaue Lösungen entgegengesetzt werden – die Kriminalisierung erotischer Dienstleistungen zwischen konsensfähigen Erwachsenen erzielt keinen wünschenswerten Effekt, sondern drängt Betroffene in ein prekäres Dunkelfeld.

„Die Veranstaltung war ein Erfolg und macht deutlich: Nicht nur Sexarbeitende stehen gegen das Nordische Modell auf, auch immer mehr Kund*innen zeigen Gesicht. Sie wollen die pauschale Zuschreibung, kriminell zu handeln, nicht hinnehmen“, sagte Lucien Lafayette, eine*r der drei Organisator*innen des Events.

„Die Unterstützung durch zahlreiche Privatpersonen sehe ich als starkes Zeichen – genau wie die Beteiligung vieler Organisationen und Akteure mit Expertise im Feld der Sexualität. Ihre durch Praxisnähe fundierten Beiträge brachten zum Ausdruck, dass ein Sexkaufverbot keine Probleme löst, sondern lediglich neue schafft“, fügte Versammlungsleiterin Annabel Schöngott hinzu.

Der positive Rahmen einer „Tanzdemo“ stand übrigens keineswegs im Widerspruch zur Ernsthaftigkeit des Anlasses: „Es geht uns darum, zu symbolisieren, dass Sexarbeit entgegen weit verbreiteter Auffassung auch mit kreativem Ausdruck, Lebensfreude sowie Gestaltungsmöglichkeiten verbunden ist“, sagte Fräulein Angelina, ebenfalls Organisatorin der Veranstaltung, in diesem Zusammenhang.

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