Prostitution muss legal und sichtbar bleiben – Sexkaufverbot hilft niemandem

Tanzdemo „we are sexworkers“ in Berlin am 04. Mai 2024

we are sex workers

Berlin, April 2024. Ein totgerittenes Pferd wird immer wieder aus dem Stall geholt: Ein Sexkaufverbot, das sogenannte Nordische Modell, wird immer wieder auf die politische Bühne gehievt. Faktisch zeigten die Erfahrungen in anderen Ländern, wohin diese gefährliche Reise führen würde. „Wir denken, dass sich Politikerinnen mit dieser vermeintlich so harten Forderung, nur ins mediale Rampenlicht stellen wollen, ohne sich jedoch inhaltlich damit auseinandergesetzt zu haben“, erklärt Melissa Mayr, Sprecherin von Kaufmich. Angeheizt von christlichen und vermeintlich frauenrechtlichen Gruppierungen aus den USA und auch aus Deutschland, wird diese leidige Diskussion immer wieder neu entfacht und schaffte es zuletzt sogar in den deutschen Bundestag.

Doch wie immer werden die Betroffen nicht gehört: Die Sex Worker*innen. Am 4. Mai tanzen, feiern und kämpfen zahlreiche Menschen für die Emanzipation des Berufszweiges der Sexarbeiter*innen. Motto der Demonstration: Ein Sexkaufverbot nach nordischem Modell wird es in Deutschland nicht geben. Nicht mit uns! „Wir als Community für genau diese arbeitenden Menschen wollen deshalb ihrer Stimme am 04.05. in Berlin mehr Gehör verschaffen und unterstützen die Tanzdemo entsprechend“, so Mayr. Kaufmich fordert: „Nehmt Escorts endlich ernst, hört ihnen zu und tretet in den Dialog, statt einseitig völlig realitätsferne Forderungen zu stellen“. Da für eine erfolgreiche Veranstaltung finanzielle Mittel benötigt werden, unterstützt Kaufmich das Team von #WeAreSexworkers und BesD e.V. mit einem Betrag von 3.000,00 Euro.
Wer ebenfalls einen Beitrag in Form einer Spende leisten möchte, findet weitere Informationen hier: Große Tanzdemo gegen das Sexkaufverbot oder direkt beim Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen e.V.

Kaufmich tanzt
Kaufmich tanzt

Nur legale und transparente Arbeitsbedingungen schaffen bessere Bedingungen. Die Entkriminalisierung der Sexarbeit trägt dazu bei, dass Sexarbeiter*innen Zugang zu Rechten und Schutz haben. Dies verringert die Stigmatisierung und fördert sicherere Arbeitsbedingungen.

Es ist wichtig, die Vielfalt der Erfahrungen in der Sexarbeit zu reflektieren. Dies schließt verschiedene Geschlechteridentitäten, ethnische Hintergründe und persönliche Motivationen ein. Solidarität mit Sexarbeiterinnen ist unerlässlich. Der Abbau von Vorurteilen und die Förderung von Respekt und Verständnis tragen dazu bei, dass Sexarbeiterinnen als gleichwertige Mitglieder der Gesellschaft anerkannt werden. Kaufmich kämpft für die Anerkennung der Sexarbeit und bezieht gleichzeitig klare Position gegen Ausbeutung und Menschenhandel.

Deutschlands größte Community und Netzwerk für Sexarbeiter*innen bietet einen Ort, auf dem Sexarbeiter*innen selbstbestimmt und legal ihrer Arbeit nachgehen können, ohne Schikanen, Stigmen und Hürden im Alltag ausgesetzt zu sein. „Sexarbeiter*innen, die die sich frei und selbstbestimmt für diese Arbeit entschieden haben, werden mit dem geplanten Sexkauf-Verbot unfreiwillig zu Opfern gemacht“, sagt Melissa Mayr, Sprecherin von Kaufmich und ergänzt: „Prostitution ist das älteste Gewerbe der Welt. Mit einem Verbot müssten Sexarbeiter*innen ihre Dienstleistungen im Verborgenen anbieten, was die Sexarbeiterinnen zu den eigentlichen Opfern macht, denn sie müssten unter erschwerten Bedingungen weitermachen, da das gesamte Gewerbe in die Illegalität gedrängt wird. Damit wird alles zunichtegemacht, was in den vergangenen Jahren hart erarbeitet wurde. Seit unserer Gründung 2009 setzen wir uns für Austausch, Aufklärung und Beratung von Sexarbeiterinnen ein. Wir geben ihnen einen sicheren Raum und schreiben Empowerment groß. Wir unterstützen Sexarbeiter*innen jeden Tag dabei, unabhängig zu arbeiten und deren Alltag so einfach, komfortabel und sicher wie möglich zu gestalten.“ Kaufmich.com arbeitet zudem permanent daran, die Sicherheit zu erhöhen. Fokus liegt dabei auf der Authentizität der Community und hoher Verbindlichkeit. Funktionen wie der Date Manager, ein Bewertungssystem sowie ein Safer-Sex-Badge, der es Sexarbeiter*innen ermöglicht, das Angebot von Safer-Sex-Diensten zu unterstreichen, tragen diesen Bemühungen Rechnung. Ebenso erhöhen Profilverifizierung und 18+-Checks das Vertrauen. Das kostenlose soziale Netzwerk Kaufmich stellt mit über 8 Millionen Besuchern und 150 Millionen Seitenaufrufen pro Monat die größte Community für Sexarbeiter*innen und Kund*innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz dar.

Gerne stehen wir als Ansprech- und Interviewpartner für Medienanfragen rund um das Thema zur Verfügung.

www.kaufmich.com

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