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Pornhub sperrt Großbritannien aus

Wenn Regulierung nach hinten losgeht

pornhub case

Seit dem 2. Februar 2026 ist Schluss. Aylo, das Unternehmen hinter Pornhub, YouPorn und RedTube, hat neue Nutzer aus Großbritannien faktisch ausgesperrt. Wer seine Volljährigkeit nicht bereits vorher nachgewiesen hat, bleibt draußen. Der Grund: der Online Safety Act (OSA), der seit Juli 2025 eine strikte Altersverifikation für pornografische Inhalte vorschreibt.

Aylo lässt keinen Zweifel daran, was das Unternehmen von diesem Gesetz hält. In einer offiziellen Erklärung heißt es:

„Das OSA hat das Internet für Minderjährige und Erwachsene gefährlicher gemacht und die Privatsphäre sowie die personenbezogenen Daten der britischen Bürger gefährdet.“

Das System sei gescheitert, so Aylo. Es schütze Minderjährige nicht wirksam und gefährde stattdessen die Privatsphäre aller Nutzer. CNN berichtet, dass Aylo lieber auf den britischen Markt verzichtet, als an einem Verifikationsregime teilzunehmen, das den Internetverkehr zu unregulierten, potenziell gefährlicheren Seiten lenkt.

Ein Gesetz, das neue Probleme schafft

Die Frage liegt auf der Hand: Erreicht der OSA überhaupt sein Ziel? Nach Aylos Darstellung gefährden die Verifikationspflichten nicht nur die Datensicherheit, sondern erschweren auch den Zugang zu legalen, moderierten Plattformen. Die Konsequenz: Nutzer wandern ab. Erwachsene wie Minderjährige landen auf Seiten, die keinerlei Hürden aufweisen und oft deutlich weniger Sicherheitsstandards einhalten. Das exakte Gegenteil dessen, was der Gesetzgeber beabsichtigt hat.

Widerstand aus der Branche

Innerhalb der Adult-Industrie gilt die Sperre als notwendiger Akt des Protests. Eine Branche, die weltweit Milliarden umsetzt und Millionen von Arbeitsplätzen sichert, fordert seit Jahren vernünftige Regulierungen: Schutz von Minderjährigen, ja. Aber nicht um den Preis der Freiheiten Erwachsener.

Die Darstellerin Ivy Maddox bringt es in einem Interview mit LADbible auf den Punkt: Durch den Druck auf regulierte Plattformen werde der Verkehr zu unkontrollierten Seiten getrieben, wo Ausbeutung und Risiken zunähmen. Hinter dieser Aussage steckt mehr als eine Sorge um Einnahmen. Es geht um die Integrität einer Industrie, die sich seit Jahren bemüht, ethische Standards zu etablieren: Content-Warnungen, Partnerschaften mit Organisationen gegen Ausbeutung, transparente Arbeitsbedingungen.

Pro-Industrie-Vertreter betonen immer wieder, dass Freiheit nicht mit Verantwortungslosigkeit gleichzusetzen ist. Was sie fordern, sind technologische Lösungen, die den Staat nicht in die Privatsphäre der Bürger einbinden.

Tantum Ident: Ein Ausweg?

Hier wird es interessant. Mit Tantum Ident existiert bereits ein KJM-zertifiziertes System für Altersverifikation, das anonym und datenschutzkonform (DSGVO-konform) funktioniert. Statt Ausweisdokumente oder Kreditkartendaten direkt an den Anbieter zu übermitteln, ermöglicht Tantum Ident eine Altersbestätigung über eine App mit automatisierter KI-Verarbeitung – ohne dass personenbezogene Daten an den Online-Anbieter oder Dritte weitergegeben werden.

Der Nutzer installiert die TantumIdent-App und führt einmalig eine Verifizierung durch: Er scannt ein offizielles Ausweisdokument und nimmt ein kurzes Selfie-Video auf. Diese Daten werden mittels künstlicher Intelligenz (KI) automatisiert geprüft – inklusive biometrischem Abgleich, Altersermittlung und Liveness-Detection. Kreditkarten sind zu keinem Zeitpunkt erforderlich.

Der jeweilige Online-Anbieter (Website oder Dienst) erhält ausschließlich eine einfache Ja/Nein-Bestätigung, ob das erforderliche Alter erreicht ist – keine personenbezogenen Daten, keine Ausweisscans, keine Selfies oder sonstige identifizierbare Informationen werden übermittelt. Die Verifizierung bleibt somit zu 100 % anonym gegenüber dem Anbieter.

Kein Einzelfall

Großbritannien steht mit diesem Problem nicht allein da. In 23 US-Bundesstaaten und in Frankreich hat Aylo bereits ähnliche Sperren verhängt, wie PCMag berichtet. Das Muster wiederholt sich: Staaten drängen auf mehr Kontrolle, Plattformen ziehen sich zurück, und das Internet fragmentiert sich weiter.

Das Ergebnis ist absehbar. Nutzer greifen zu VPNs, um die Restriktionen zu umgehen. PCrisk.com erklärt bereits, wie solche Tools legal eingesetzt werden können. Verbote wirken selten absolut. Das war schon immer so, und das digitale Zeitalter macht da keine Ausnahme.

Dialog statt Dogma

Aus der Perspektive einer offenen Gesellschaft ist das ein Aufruf zur Mäßigung. Die Freiheit des Internets basiert auf dem Prinzip der Offenheit. Regulierungen wie der OSA mögen gut gemeint sein, doch sie ignorieren die Komplexität digitaler Ökosysteme. Pauschale Sperren treiben Nutzer in die Grauzone. Eine Zusammenarbeit zwischen Industrie und Regulierern könnte zu besseren Ergebnissen führen: Förderung von Technologien wie Tantum Ident, die den Jugendschutz stärken, ohne die Rechte Erwachsener zu beschneiden.

Wenn der OSA tatsächlich gescheitert ist, wie Aylo es formuliert, könnte genau das der Anstoß für eine Überarbeitung sein. The Guardian berichtet bereits von Stimmen, die eine nuanciertere Herangehensweise fordern, eine, die auf Evidenz basiert statt auf moralischer Panik.

Die Sperre von Pornhub in Großbritannien ist kein Schlusspunkt. Sie ist ein Signal. Mit datenschutzkonformen Verifikationssystemen und einem Fokus auf Innovation könnte die Branche nicht nur überleben, sondern im Einklang mit gesellschaftlichen Werten und individuellen Rechten prosperieren. Vorausgesetzt, man lässt sie.

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