Alter Eros – Sarah Kerns Triumph über die Jugenddominanz

Eine nackten Wahrheit: Wie ein "Playboy"-Cover zur Bühne der Emanzipation wird

Sarah Kern 55 Nakt im Playboy
Bildquelle: Playboy

Es ist eine Geschichte, die man nur in bestimmten Zirkeln der Unterhaltungskultur findet: Sarah Kern, Designerin und Ex-Ehefrau des verstorbenen Modemoguls Otto Kern, kehrt nach mehr als zwei Jahrzehnten zurück auf das Cover des „Playboy“. In einer Welt, in der Jugend oft als Synonym für Schönheit verstanden wird, entscheidet sich eine 55-jährige Frau, die Normen zu hinterfragen – sie präsentiert sich nackt, zweifellos erotisch, in einem Alter, das viele bereits mit Großmütterlichkeit assoziieren würden.

In der Tat könnte man meinen, Frau Kern blickt trotzig auf eine Gesellschaft, die Alter und Attraktivität nur selten in einem Satz denkt. Es ist ein Thema, das Diskussionen auslöst, Vorurteile offenlegt und auch zeigt, dass im gesellschaftlichen Dialog der Blick auf den weiblichen Körper und dessen Präsentation noch immer von Stereotypen und Schönheitsidealen geprägt ist.

Doch der Blick, den Kern in die Kamera des „Playboy“ wirft, verrät mehr als bloße Selbstinszenierung – es ist ein Stück Emanzipation, die mit persönlicher Entwicklung einhergeht. Nach Jahren abseits roter Teppiche, nach einem Umzug nach Malta, nach einer durchstandenen Insolvenz und dem Verlust ihres Ex-Ehemannes, wählt sie dies als Moment der Selbstbehauptung.

Das Echo auf ihre Entscheidung ist gemischt und offenbart, dass unsere Gesellschaft noch immer kämpft, wenn es darum geht, den weiblichen Körper jenseits der kommerziellen Verwertung zu betrachten. Einige Kommentare auf Instagram zeugen von der Wertschätzung ihrer Schönheit und Stärke. Andere hingegen zeigen Abneigung und legen eine gewisse Erschöpfung nahe, die anscheinend durch die fortwährende Konfrontation mit solcher Körperlichkeit entsteht.

Nicht zu übersehen ist auch der Hinweis von Kern auf ihren verstorbenen Mann Otto – sie vermutet, er hätte die Fotos sexy gefunden. Ein Stückchen Romantik und gleichzeitig Melancholie in einer Geschichte, die sonst so sehr von der Gegenwart und ihren Forderungen eingenommen wird.

Was steht also dahinter? Ist es Triumph, Trotz, die Suche nach Aufmerksamkeit, oder vielmehr ein Versuch, die eigene Identität neu zu definieren? Sarah Kern tritt damit in eine Arena, die Prinzipien des Marketings und der Selbstvermarktung mit persönlichem Wachstum und dem Kampf gegen gesellschaftlich konstruierte Altersgrenzen vereint.

Und bald wird sie teilnehmen am TV-Experiment „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“, besser bekannt als das Dschungelcamp. Inmitten von Kakerlaken und Kamerateams wird sich zeigen, wie die Botschaft von Selbstliebe und Stärke, die sie auf dem „Playboy“-Cover verkörpern möchte, sich unter den Extrembedingungen des Reality-TV bewährt. Ein Schachzug, der Kern möglicherweise die RTL-Dschungelkrone einbringen könnte – oder zumindest als moderne Form der Celebrity ein weiteres Vermächtnis.

Neugierig geworden? Hier findest Du eine Auswahl an Fotos.
https://www.playboy.de/coverstars/sarah-kern-februar-2024

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